MAN LkwOffiziell heißt es: Berufskraftfahrer/in. Doch Bezeichnungen gibt es viele für den Job hinter dem Lenkrad eines Lastkraftwagens: Lkw-Fahrer. Fernfahrer, Trucker, Brummifahrer, Kapitän der Landstraße, Lastwagenchauffeur. Wem fallen weitere ein?

Zwischen der Fernfahrer-Romantik und der harten Realität ist alles dabei. Kommt immer ein bisschen darauf an, welche Aufträge man als Berufskraftfahrer ausführt und wo man angestellt ist. Fährt man eher kurze Strecken und ist abends wieder zu Hause oder geht man ein paar Tage auf Tour?

Lkw-Fahren macht Spaß

Vor einiger Zeit hatte ich die Möglichkeit auf einem abgesperrten Testgelände von MAN Lkw von klein bis groß zu fahren – ganz ohne Lkw-Führerschein. Weit über 600 PS habe ich selber bewegt. Auch ein 40-Tonner war dabei. Ein ganz, ganz großes Gefühl, diese Maschinen mal selber fahren zu dürfen. Darüber habe ich auch geschrieben, siehe: Im MAN Lkw Slalom fahren ist eine Herausforderung. Wie man unschwer am Titel erkennen kann, hatte ich jede Menge Spaß. Natürlich hat der Fahrschullehrer auf der Beifahrerseite aufgepasst.

Berufskraftfahrer und die Voraussetzungen für den Job

MAN Lkw TesttagViel gelernt habe ich an diesem Trainingstag. Hier sitze ich am Steuer. Die Lastkraftwagen muss man mit viel Gefühl und Respekt bewegen. Wenn man keine Automatikschaltung hat, ist das Fahren nochmal eine zusätzliche Herausforderung. Ich fahre wirklich gut, steige in jedes Auto und fahre los. Aber die manuelle Gangschaltung in einem Lkw hat es in sich. Also Respekt, wer dabei auch noch enorm sparsam fahren kann. Denn das ist auch eine Voraussetzung, die man als Berufskraftfahrer mitbringen muss.

Ebenso wichtig sind Veantwortungsbewusstsein, Sicherheitsdenken, technisches Verständnis, räumliches Vorstellungsvermögen und Daueraufmerksamkeit. Die Verkehrsregeln zu kennen, hilft nicht nur, sondern ist ein weiteres Muss. Ganz schön anspruchsvoll, so einen Lkw von A nach B zu bewegen.

Frauenanteil bei Berufskraftfahrern?

Äußerst gering, genaue Zahlen liegen mir nicht vor. Aber ich kenne eine Lkw-Fahrerin, die ihren Job liebt. Sie schreibt auf Facebook und Danika’s Blog einiges darüber. Hart, aber herzlich! Ich habe sie mal ein paar Dinge zum Job gefragt.

Daniela Kampschulte, BerufskraftfahrerinWelche Eigenschaften sollte ein Fahrer haben? Hmmm, … robust sollte er sein, verantwortungsbewusst, sich keinen Stress machen (lassen), aufmerksam. Um Spaß am Job zu haben, würde ich die „Liebe“ zum Lkw, zur Straße, zum Unterwegssein nennen. Aber auch Spaß im Umgang mit den verschiedensten Situationen: Kunden, Waren und dem Lkw. Eigentlich ganz einfach: Man muss den Job LIEBEN, ihn LEBEN! 😀

 

Mein positivstes Erlebnis? Eigentlich den Lkw-Führerschein gemacht zu haben. Ansonsten würde ich jeden Tag als ein positives Erlebnis nennen. Besonders, wenn man kniffelige Touren geschafft hat.

 

Total ätzend sind andere männliche „Kollegen“, die immer noch meinen, Frauen sollten den Job nicht machen. Da schwillt mir der Kamm. Stau is auch immer besonders ätzend. Wenn man mal was geplant hat, und es durch unvorhergesehene Vorkommnisse (Stau, Änderung in der Tourenplanung, Probleme an der Lade- oder Abladestelle undsoweiter) nicht klappt. Die liebe Technik, die hin und wieder mal streikt. Wenn Kollegen nerven, das Wetter, Winter. Dispo, die Stress macht.

 

Es gibt so viele Dinge, die in dem Job nerven können. Aber für mich nerven sie noch nicht genug, dass ich diesen Job freiwillig an den Nagel hängen würde. Ich liebe und lebe ihn … beruflich und privat!

 

Daniela Kampschulte, Berufskraftfahrerin

Wo arbeiten Berufskraftfahrer?

Lkw-Fahrer sind überall gefragt. Meistens sind es Speditionen, die einen Berufskraftfahrer anstellen. Einige Betriebe bilden auch zum Berufskraftfahrer aus. Das dauert 3 Jahre und beinhaltet Theorie (Berufsschule) und Praxis. Dann fährt man zum Beispiel Absetz- und Abrollkipper, Kipper, Koffer, Pritsche, Tankfahrzeuge oder Einsatz-Lkw, wie zum Beispiel bei der Feuerwehr.

Der Tagesablauf eines Berufskraftfahrers ist bei planet-beruf.de zu finden. Klicken Sie mal rein. Übrigens hat dieser Lkw-Fahrer auch einen Staplerschein. Denn das Be- und Entladen kann dies für manche Jobs erfordern.

Wichtig zu wissen!

Ein privat erworbener Lkw-Führerschein ist meistens nicht genug. Laut Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz muss man die umfassendere Ausbildung, Umschulung oder Weiterbildung zum Berufskraftfahrer absolvieren. Die Weiterbildung zum Berufskraftfahrer beinhaltet den Erwerb des LKW Führerscheins der Klasse C und CE.

Eine Umschulung zum Berufskraftfahrer ist auch möglich. Fragen Sie dann bei der Bundesagentur für Arbeit nach, welche Kosten in welcher Höhe gegebenenfalls übernommen werden.

Punkte in Flensburg sollte man natürlich auch nicht haben, auch hier erkundigen Sie sich beim Kraftfahrt-Bundesamt vorab, dass Sie eine „weiße Weste“ haben.

Weitere Informationen zur Tätigkeit, Ausbildung, Kompetenzen, rechtlichen Regelungen und so weiter gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit unter dem Stichwort Berufskraftfahrer/in.

 

Fotos: Auto-Diva Nicole Y. Jodeleit, Fotograf: Thomas Gigold,
Profilfoto und Zitat: Daniela Kampschulte mit freundlicher Genehmigung