Den Chef duzen? „Sie oder Du“ zum Bürokollegen sagen? Zwar nimmt das Duzen im Job seit Jahren zu, trotzdem ist in zahlreichen deutschen Unternehmen nach wie vor das Siezen die Regel. Hierzu ein paar Fakten und Tipps.

In der als konservativ geltenden Finanzbranche wird vornehmlich gesiezt, in der Medienbranche dagegen gehört das „Per-Du-Sein“ zum guten Stil. Beim Start in einem neuen Unternehmen ist Höflichkeit und professionelle Distanz oberstes Gebot. Wer neu im Job ist, sollte zunächst das Sie nutzen – auch wenn die meisten Kollegen sich untereinander duzen. Nach einigen Wochen kann man zum Du übergehen. Am besten gelingt der Übergang zum Du, wenn die Kollegen es von sich aus anbieten.

Vorteile vom Duzen im Job

  • schafft mehr Vertrautheit untereinander
  • Hierarchien wirken flacher
  • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und des Teamgeistes
  • Wegfallen förmlicher Barrieren und Hemmschwellen
  • partnerschaftlicheres Betriebsklima

Nachteile vom Duzen im Job

  • Herbeiführen von unerwünscht viel Nähe
  • Hervorrufen falscher Vertrautheit
  • Hemmschwelle verbaler Entgleisungen sinkt
  • Streit eskaliert leichter und wird persönlicher
  • fehlende verbale Distanz erschwert den respektvollen Umgang

Wer bietet wem das Du an?

Nach klassischen Knigge-Regeln darf das Du nur von bestimmten Personen angeboten werden:

• Die Dame bietet dem Herrn das Du an.
• Der Ältere dem Jüngeren.
• Der Hochrangige dem Nachrangigen.
• Das Du gilt lebenslänglich. Einmal erteilt, käme jeder Rücktritt davon einer Herabsetzung gleich.
• Und es gibt kein einseitiges DU. Wer sich auf Augenhöhe begegnet ist entweder per Du oder per Sie.

Darf man das Du ablehnen?

Wenn Sie vorhaben, jemandem das Du anzubieten, dann immer nur als ehrlich gemeintes Angebot. Bedenken Sie, dass dieses auch abgelehnt werden kann. Falls Sie das Du angeboten bekommen, können Sie dieses selbstverständlich auch ablehnen. Aber bitte zeitnah, höflich und respektvoll. Meist ist das Angebot Ausdruck von Wertschätzung. Weisen Sie dies zu forsch zurück, könnte das den Kollegen kränken. Einem Vorgesetzten gegenüber ist eine Absage zwar heikel, aber dennoch erlaubt.

Generell gehört zum Duzen auch weiterhin ein respektvoller und professioneller Umgang untereinander dazu. Nur weil man sich duzt, bedeutet das noch lange nicht, dass man sich respektlos oder arrogant gegenübertreten kann.

 

Fragen Sie morgen Ihre Kollegin: „Na, wie war Dein Wochenende?“ oder sagen Sie: „Guten Morgen Frau Ullrich.“? Und wie halten Sie es mit Ihrem Chef – duzen oder siezen? Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

 

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