Dem Chef die Krawatte abschneiden? Konfetti im Büro? Die einen feiern die fünfte Jahreszeit als Höhepunkt des Jahres, den anderen ist sie ein kompletter Graus.

Auch wenn die Firma MONDI keine Geschäftsstelle in den Karnevals-Hochburgen wie Mainz oder Köln hat – wir verraten Ihnen, wie Sie sicher durch den Fasching kommen.

 

 

Rechzeitig Urlaub beantragen

Grundsätzlich gilt: Auch an Fasching ist das deutsche Arbeitsrecht nicht außer Kraft gesetzt. Eingefleischte Narren müssen also bei ihrem Chef Urlaub beantragen und darauf achten, dass die freien Tage auch genehmigt sind. Denn die Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten ist auch während der närrischen Zeit kein Kavaliersdelikt – im schlimmsten Fall droht eine Abmahnung oder gar die Kündigung. Anders sieht es aus, wenn Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag Sonderregelungen beinhalten.

Rosenmontag ist kein Feiertag

Rosenmontag, Faschingsdienstag und Aschermittwoch sind keine gesetzlichen Feiertage. Wer feiern will, muss also Überstunden oder Urlaubstage opfern.

Allerdings wird in manchen Unternehmen regelmäßig von Rosenmontag bis Aschermittwoch nicht gearbeitet – ein Anspruch auf „arbeitsfrei“ kann sich dann durch die so genannte betriebliche Übung ergeben. Ei­ne be­trieb­li­che Übung ent­steht, wenn der Ar­beit­ge­ber über länge­re Zeit hin­weg – min­des­tens drei­mal in Fol­ge – oh­ne Vor­be­halt ei­ne be­stimm­te Vergüns­ti­gung gewährt hat und die Ar­beit­neh­mer dar­aus den Schluss zie­hen können, dass ih­nen die Vergüns­ti­gung auf Dau­er gewährt wer­den soll. Da­her müssen Ar­beit­ge­ber, die ih­ren An­ge­stell­ten jah­re­lang kom­men­tar­los z. B. am Ro­sen­mon­tag frei­ge­ben, dies auch künf­tig tun, d.h. die Ar­beit­neh­mer ha­ben dann ei­nen An­spruch auf Frei­stel­lung.

Ganz ohne ist aber auch die Sache mit der betrieblichen Übung nicht: Gibt der Arbeitgeber seiner Mannschaft unregelmäßig frei – etwa in Abhängigkeit von der aktuellen Auftragslage oder wegen konjunktureller Schwankungen – handelt es sich nicht um eine betriebliche Übung. Im Zweifel empfiehlt es sich daher immer, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen.

Den Chef nicht plötzlich „duzen“

Wer sicher durch den Fasching kommen will, sollte nicht nur das Arbeitsrecht im Blick behalten. Am Arbeitsplatz zählt ebenfalls eine gewisse Umsichtigkeit:

  • In einer Sektlaune den Chef „geduzt“? Auch wenn das „Du“ unter den Närrinnen und Narren an der Tagesordnung ist: Im Job ist es in der Regel eher nicht angebracht.
  • Die Musik voll aufdrehen? Das kommt ganz auf die Branche und den konkreten Arbeitsplatz an. Generell gilt: Chef und Kollegen müssen mit der fröhlichen Beschallung einverstanden sein. Im direkten Kundenkontakt dürften sich laute Töne von selbst verbieten.
  • Alkohol am Arbeitsplatz? Sollte auch an Fasching eher die Ausnahme als die Regel sein und ist höchstens kurz vor Feierabend und in überschaubarem Maße erlaubt.
  • Krank an Aschermittwoch? Überfüllte Kneipen, wechselnde Temperaturen und dazu der Schlafmangel: das Immunsystem ist am Boden und die nächste Erkältung macht sich breit. Gern gesehen ist das natürlich nicht, arbeitsrechtlich kann Ihnen bei einer „unverschuldeten Arbeitsunfähigkeit“ aber keiner an den Karren fahren.

Allen Närrinnen und Narren, Jecken und Karnevalisten wünschen wir einen tollen Fasching, eine ausgelassene Fasnacht oder einen vergnügten Karneval. Bleiben Sie gesund und munter!

Fotos: Pixabay, Public Domain